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 Spiri-Box-Archiv

November/Dezember 2008

Manche Menschen

 

 

Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist, dass sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es ist, sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich ihr gütiges Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer wir ohne sie wären.

Manche Menschen wissen nicht,
dass sie ein Geschenk des Himmels sind.

Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen.

Paul Celan

 


 


Oktober 2008

Mach uns unruhig, Herr,

Mach uns unruhig, Herr,

wenn wir allzu selbstzufrieden sind;

wenn unsere Träume sich erfüllt haben, weil sie allzu klein waren;

wenn wir uns im sicheren Hafen bereits am Ziel wähnen, weil wir allzu dicht am Ufer entlang segelten.

 

Mach uns unruhig, o Herr,

wenn wir über der Fülle der Dinge, die wir besitzen, den Durst nach den Wassern des Lebens verloren haben;

wenn wir, verliebt in diese Erdenzeit, aufgehört haben, von der Ewigkeit zu träumen;

wenn wir über all den Anstrengungen unserer täglichen Arbeit unsere Vision des neuen Himmels verblassen ließen.

 

Rüttle uns auf, Herr, damit wir kühner werden und uns hinauswagen auf das weite Meer,

wo uns die Stürme deine Allmacht offenbaren,

wo wir mit schwindender Sicht auf das Ufer die Sterne aufleuchten sehen.

 

In Namen dessen,

der die Horizonte unserer Hoffnungen weit hinausgeschoben

und die Beherzten aufgefordert hat, ihm zu folgen.

Bischof Bienvenido Tudtud, Philippinen


September 2008

Herr, mein Alltag ist so eintönig

und ich entdecke nichts Neues unter der Sonne:
täglich die gleichen Wege
die gleichen Arbeiten
die gleichen Menschen
die gleichen Probleme und Sorgen
die ich vor dich trage.
Alles ist so eintönig wie mein Alltag!
Herr, verzeih mir meine Gewöhnlichkeit
meine Alltäglichkeit
meine Oberflächlichkeit
im Umgang mit den Menschen
mit dir
und mit mir.
Lass mich den Alltag neu entdecken
erleben und lieben
das Erstaunliche auf meinem Weg
das Kreative bei meiner Arbeit
und das Liebenswürdige bei meinen Mitmenschen!
Du hast mir den Alltag geschenkt
mit seinen tausend Überraschungen
mit seinen vielen Lichtern
mit seiner täglich neuen Möglichkeit
DICH zu finden
und die vielen kleinen Wunder
die DU täglich wirkst:
das Wunder
eines Lächelns
das Wunder
einer Liebe
das Wunder
einer Umarmung
das Wunder
der Verzeihung
das Wunder
des Alltags!

Peter Boekholt SDB

 


August 2008

Ich wünsche dir Zeit

Ich wünsche dir nicht alle möglichen Gaben.
Ich wünsche dir nur, was die meisten nicht haben:
Ich wünsche dir Zeit, dich zu freun und zu lachen,
und wenn du sie nützt, kannst du etwas draus machen.

Ich wünsche dir Zeit für dein Tun und dein Denken,
nicht nur für dich selbst, sondern auch zum Verschenken.
Ich wünsche dir Zeit – nicht zum Hasten und Rennen,
sondern die Zeit zum Zufriedenseinkönnen.

Ich wünsche dir Zeit – nicht nur so zum Vertreiben.
Ich wünsche, sie möge dir übrig bleiben
als Zeit für das Staunen und Zeit für Vertraun,
anstatt nach der Zeit auf der Uhr nur zu schaun.

Ich wünsche dir Zeit, nach den Sternen zu greifen,
und Zeit, um zu wachsen, das heißt, um zu reifen.
Ich wünsche dir Zeit, neu zu hoffen, zu lieben.
Es hat keinen Sinn, diese Zeit zu verschieben.

Ich wünsche dir Zeit, zu dir selber zu finden,
jeden Tag, jede Stunde als Glück zu empfinden.
Ich wünsche dir Zeit, auch um Schuld zu vergeben.
Ich wünsche dir: Zeit zu haben zum Leben !

Elli Michler


Aus: Elli Michler, Dir zugedacht, © Don Bosco Verlag, München, 2004
(Mit freundlicher Genehmigung des Verlags)

 

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